Röm.-kath. Pfarrei Hl. Mutter Teresa Chemnitz
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Der Bunte Tisch in China

gruppen-buntertischchina03Im September 2008 führte Frau Bertz per Power-Point-Präsentation alle, die zum Bunten Tisch gekommen waren, nach China. Als Austauschstudentin in Peking hat sie China persönlich erlebt und konnte so natürlich einen umfassenderen Einblick über das Land gewinnen, als es in den Abendnachrichten präsentiert wird. Im Folgenden ein Bericht von ihr, welcher die wichtigsten Punkte des Vortrages zusammenfasst:

Meine wesentlichen Kontakte zu den chinesischen Studenten waren Sprachpartnerschaften, wobei ich Monika kennen lernte: eine sehr nette, hochintelligente Zwanzigjährige, deren Leben sich zwischen Vorlesungen, ihrer Arbeit als Reiseleiterin für deutsche Touristen in Peking, Familie und Treffen mit Freunden abspielte.
Einige ihrer Studienkollegen trafen sich zweimal monatlich zu einem englischsprachigen Wirtschaftsethikseminar in der Uni, welches von einer jungen Amerikanerin geleitet wurde. Der Veranstalter, das "Beijing Center for International Business Ethics" (CIBE), wird u.a. von ausländischen Professoren geführt, die mit der chinesischen Regierung zusammen arbeiten. Einer davon beschreibt in seiner Dissertation, warum sich ethisches Handeln für Unternehmer längerfristig gesehen auch wirtschaftlich auszahlt. Ich war selbst bei den Treffen dabei: Es wurden Fälle besprochen, wie die Vergiftung des Babymilchpulvers, das bleihaltige Kinderspielzeug etc. Nach jedem Treffen füllten die Teilnehmer einen Zettel aus, auf dem sie Vorschläge und Kritik anbringen konnten. Die Studenten waren engagiert und motiviert dabei. Es waren alles Wirtschaftsstudenten, einige davon künftige Führungspersonen in der chinesischen Wirtschaft. Ein Hoffnungszeichen.
Ein weiteres Hoffnungszeichen nahm ich auch in der Kirche wahr. Wie allgemein bekannt, gibt es in China eine staatliche kontrollierte katholische Kirche und eine im Untergrund arbeitende. Das Problem mit der staatlichen Kirche ist, dass der Papst nicht die Möglichkeit hat, chinesische Bischöfe zu weihen. In der Vergangenheit brachte dies immer wieder Konfliktpotential mit dem Vatikan.
Mit meiner chinesischen Freundin Mary ging ich meist sonntags in die englischsprachige Messe, wobei wir auch mehrere ältere Chinesinnen trafen, welche selbst kein Englisch sprachen. Denn die chinesische Messe war schlicht zu früh (8.30 Uhr) und die Wohnorte der meisten Messbesucher, so auch meiner, über eine Stunde entfernt.
Als der Priester - natürlich ein Chinese, da ausländische Priester in der offiziellen Kirche nicht erlaubt sind - nach Monaten das erste Mal im Hochgebet für den Papst betete, glaubten wir, uns verhört zu haben. Doch wir hatten uns nicht getäuscht. Zumindest hier, in der South Cathedral, der größten Kirche Pekings, schien es eine Öffnung zu geben. Der Mut des Priesters, der von nun an jeden Sonntag für den Papst betete, schenkte der großen Gemeinde ein Zeichen der Verbundenheit mit der weltweiten Kirche.

In dieser Verbundenheit mit den Christen in China betete Frau Bertz beim Bunten Tisch das Vaterunser auf chinesisch. Viele neue Eindrücke über Land, Leute und Leben in China durfte jeder mit nach Hause nehmen und die Gewissheit, ein anderes China kennen gelernt zu haben, als das Reich der Mitte aus den Nachrichten.

 

Fotos: KB, Txxt: KB u. HL

Herzlichen Dank an Frau Bertz für ihren interessanten Vortrag und die wertvolle Mitarbeit an dieser Stelle.

 

 

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