Röm.-kath. Pfarrei Hl. Mutter Teresa Chemnitz
Gemeinde St. Antonius
Erfenschlager Str. 27 • 09125 Chemnitz • Tel.: 0371/50034
Kreuz
+++ Am 8.09.2019 KEINE deutschsprachige Messe in St. Antonius, dafür 10.00 Uhr in St. Johannes Nepomuk für alle Stadt-Gemeinden +++ Neue Termine für die Junior Jugend +++

Ein Stück Weltkirche erlebt
 
arch-2013-mara01.jpgMaranhao trifft Sachsen. Brasilianische Mitchristen bereisten mehrere Orte im Bistum, um Erfahrungen auszutauschen. Auch in unserer Gemeinde machten die Brasilianerinnen, begleitet von Gemeindereferentin Barbara Ludewig (früher in Chemnitz, jetzt in Bautzen tätig) Station. Da Frau Ludewig selber einige Jahre in Brasilien als Missionarin auf Zeit gearbeitet hatte, konnte sie uns nicht nur durch Überwindung der Sprachbarriere beim Näherkommen helfen, sondern auch zwischen den Gepflogenheitenbeider Kulturen erklärend vermitteln. Während die Katholiken hier in geordneten amtskirchlichen Strukturen ihren Glauben leben, steht in der ca. 10.000 km entfernten brasilianischen Provinz Maranhao nicht immer ein Priester zur Verfügung. Doch das schränkt die Freude am Glauben der Brasilianerinnen keinesfalls ein. Gemeinsam bereiteten wir mit unseren Gästen im Liturgiekreis den Erntedank-arch-2013-mara02.jpgFestgottesdienst vor. Allein die abgegriffenen, zerlesenen Bibeln der Gäste gaben Ausdruck, wie das Wort Gottes nicht nur interpretiert, sondern gelebt wird. Während in Deutschland, so Barbara Ludewig, das Erreichen von Zielen oft das Wichtigste ist, leben unsere Gäste mehr im Heute, sehen auch in Wendungen Chancen und suchen dort Gott. Schon bei der Gottesdienstvorbereitung erlebte man die Freude am Glauben, die vielleicht in unseren amtskirchlichen Strukturen manchmal etwas an den Rand gedrängt wird.
Der Festgottesdienst zu Erntedank, der gleichzeitig an den 79. Tag der Benedizierung unserer Kirche erinnern sollte, wurde dann ein wahres Fest des Glaubens und des Dankens. Mit alten Bildern zogen Gemeindeglieder ein, um für 79 Jahre Kirche zu danken. Man sah auf einem Foto, den im Auftrag des damaligen Bischofs die Kirche segnenden Erzpriester Wilhelm Neugebauer (1934) oder den ein paar Tage zuvor verstorbenen Weihbischof Weinhold 1976 bei der Firmung. Viele arch-2013-mara03.jpgMenschen wurden in den 79 Jahren Bausteine einer Kirche, die den Glauben durch alle Zeiten treu getragen hat.
Ein festlich gestalteter Erntedank-Altar zeigte uns die reichen Früchte Gottes, die für uns gewachsen sind. Unsere Gäste waren lebendige Zeugen, welche Früchte gelebter Glaube trägt und begeisterten durch ihre spontane sowie frohe und herzliche Art. Wir erlebten ein Stück Weltkirche, eine materiell nicht so üppig ausgestattete, aber frohe, junge Kirche, eine Kirche, für die Papst Franziskus steht, die sympathisch ist und begeistert.
Gabriele Finke, die diese Begegnung über fast ein Jahr lang vorbereitet und äußerst aktiv begleitet hat, schrieb mir in einer E-Mail: „Es war ein wunderschöner Gottesdienst, der wohl im wahrsten Sinne be-Geist-ert hat. Die Freude war bei allen spürbar und ich bin noch ganz voll von all dem Schönen und den tiefen Eindrücken, auch von der Woche."

 
Fotos: BL u. HL, Text: HL
 
Informationen über das Projekt:
 
Maranhao trifft Sachsen: Die Initiative geht von der lange Zeit in St. Joseph tätigen Gemeindereferentin Barbara Ludewig (jetzt in Bautzen) aus. Sie hat fast 8 Jahre, ausgesandt vom Comboni-Orden, in Brasilien in Sao Luis als Missionarin auf Zeit gearbeitet und dort mehrere Projekte in einer Basisgemeinde aufgebaut und betreut. Die in diesen Projekten und Gemeinden sehr aktiv arbeitenden Laien und Mitarbeiter sind von ihr bzw. auch von unserem Bistum zu einem Erfahrungsaustausch nach Sachsen eingeladen worden. Das Projekt ist eine gute Gelegenheit und Chance, von den Erfahrungen der Brasilianer in der Laienarbeit und dem Leben nach dem Wort Gottes zu hören. Dies wird bei verschiedenen Gemeindebegegnungen möglich sein.