Röm.-kath. Pfarrei Hl. Mutter Teresa Chemnitz
Gemeinde St. Antonius
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Kreuz
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Himmel und Hölle
 
anton-himmelhoelle-grossEndlich kann ich mal über DAS Thema in der Kirche schreiben. Denn seit Eyjafjallajökull ist es in aller Munde. Seit was? Seit ... wir buchstabieren mal das Wort zum Mitdenken: Ey-ja-fjalla- („fjalla", wie „Fallada" ... aber ohne „j" und ohne „da") jö-kull. Na gut, manche Worte brechen einfach so in die gute heile Nachrichtenwelt, schockieren durch Länge und Unaussprechbarkeit ... und dann lernt man sie doch. Ist uns das 2005 mit dem Wort „Ahmadinedschad" nicht auch so gegangen? Endlich haben die Kreationisten (schon wieder so ein Killer-Wort - vielleicht bekommt mein Text bald eine wissenschaftliche (linguistische) Würdigung), also endlich haben die Kreationisten ihren Beweis! Es ist alles genau so, wie es in der Bibel steht! Es gibt eine Hölle! Nichts muss als Metapher interpretiert werden, jedes Komma in der Bibel ist unwiderlegbar, ist Wissenschaft, Wahrheit und unumstößlich. Gott HAT die Welt in sieben Tagen erschaffen (Komma) wir stammen alle von Adam und Eva ab (Komma) die Erde ist eine Scheibe (Komma) ... Aber welcher Bibelübersetzung liegen nun die unumstößlichen Kommas zugrunde? Wie ist das mit Adam und Eva genau gewesen? Hatte Adam eine schwarze Hautfarbe, oder Eva, oder beide, oder keiner? Haben sich die Menschen auf dem afrikanischen Kontinent einfach nur schwarzgeärgert, als Gott sie aus dem Paradies geworfen hat? Und die Europäer mit weißer Hautfarbe? Leben sie noch im Paradies? Nein, das wäre unbiblisch (Komma) denn alle, also alle Even und Adamme wurden aus dem Paradies verdammt... Ah, ich verstehe: die Weißen haben sich nicht schwarz geärgert sondern sich viel niederträchtiger an Gott gerächt. Viele sind einfach aus der Kirche ausgetreten. So lassen sich Kirchenaustritte mit dem Weltbild des Kreationismus erklären! Das ist affig? Psst, Affe ist Evolution.
Eyjafjallajökull - das ist die wahre Hölle. Manche haben es schon immer gewusst: Hölle ist nicht dieses religionsphilosophische Konstrukt, das mit den Begriffen „selbstgewählte Gottesferne" oder „innerliche Abkehr von Gott" auskommen muss, nein Hölle ist Asche, Teufel, Brodeln und Feuer! Hölle ist das, was einem in der schönen harmonischen Kinderwelt die Eltern angedroht haben, wenn man seinen jüngeren Bruder wieder mal geschlagen oder der älteren Schwester während des Mittagschlafes die Zöpfe abgeschnitten hat. Da sagte Mama nicht: „Fritz, du hast dich mit dieser Tat in eine innere Gottesferne begeben und damit den Allmächtigen traurig gestimmt" - nein, da hieß es kurz und knapp: „Wenn du das noch mal machst, kommst du in die Hölle!" Oder zumindest ins Fegefeuer! Das war die clevere Schimpf-Variante, denn die Eltern hatten somit ihre gesamte Drohkulisse von den „Karrierechancen für ein böses Kind" noch nicht voll ausgeschöpft, konnten also für den Notfall nachlegen. Aber seit wenigen Wochen lernen wir, auch das Fegefeuer ist real: Eyjafjallajökull. In ganz Europa hat es alle Flugzeuge vom Himmel gefegt. Die stehen jetzt auf den Flughäfen und warten darauf, dass das Gute das Böse besiegt. Aber leider sieht es zur Zeit gar nicht so gut mit dem Guten aus. Denn was wäre, wenn „Christi Himmelfahrt" dieses Jahr ausfällt, weil der Luftraum gesperrt bleibt? Entsetzlich! Die Hölle brodelt: Angela Merkel musste wegen Flugverbotes mit dem Bus nach Hause fahren, die Mietautos sorgen auf den Autobahnen für Feinstaubbelastung und unsere Bahn bekommt die Kundschaft zurück, die sie in den letzten Jahren mit ihren Pannen-ICE´s so erfolgreich verprellt hat. Doch zum Glück war Gott wieder schlauer, als sein Widersacher. Die Himmelfahrt fand schon vor 1777 Jahren statt. Tja, Satan, jeder kann sich mal mit der Zeit vertun. Leidtragend sind nur die Airlines, die am Boden bleiben müssen. Die Controller der Fluggesellschaften werden flehend in den Himmel, Richtung Island blicken und beten: „Bitte, bitte, lieber Gott, lass die Aschewolke verschwinden!" Vielleicht sollten sie es mal auf Isländisch versuchen. „Bitte" heißt dort schlicht und einfach: „Gjördu svo vel!".antonsch.jpg