Röm.-kath. Pfarrei Hl. Mutter Teresa Chemnitz
Gemeinde St. Antonius
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Zum 200. Geburtstag von Don Bosco  (am 16. August 2015) wurden in unserer salesianischen Pfarrei (anstelle einer Predigt) die Worte des Papstes Franziskus an die Don-Bosco-Familie vorgelesen.Die Botschaft des Papstes eignet sich auch sehr gut, den Heiligen aus der Sicht des Kirchenoberhauptes zu betrachten:
 

 

Botschaft von Papst Franziskus an die Don Bosco Familie:

 

"Don Bosco ist ein Segen für die ganze Welt"

Veröffentlicht am: 24. Juni 2015

Turin (Italien) – Im Folgenden geben wir den Text der Ansprache wieder, die Papst Franziskus für das Treffen mit den Salesianern Don Boscos und den Don-Bosco-Schwestern in der Maria-Hilf-Basilika am Sonntag, den 21. Juni 2015 vorbereitet hatte, ihn dann aber beiseitegelassen hat, um frei zu sprechen:

Meine liebe Don-Bosco-Familie,

ich habe lange darüber nachgedacht, was ich Euch sagen möchte, und ich habe auch etwas aufgeschrieben. Aber das Ganze ist viel zu förmlich. Und deshalb reiche ich es an den Generaloberen weiter, damit er es an Euch weitergibt.

Liebe Brüder und Schwestern, auf meiner Pilgerreise zur Verehrung des gekreuzigten Christus im Hl. Grabtuch habe ich beschlossen, an diesen Ort zu kommen, der das Herz im Leben und im Werk des heiligen Johannes Bosco darstellt, um mit Euch das Jubiläum seines 200. Geburtstags feierlich zu begehen.

Gemeinsam mit Euch danke ich dem Herrn, dass er der Kirche diesen Heiligen geschenkt hat, der zusammen mit allen anderen Heiligen aus dieser Region eine große Ehre und ein Segen ist für die Kirche, für die Bevölkerung der Stadt Turin, für die Region Piemont, für Italien und für die ganze Welt. Dies ist er vor allem aufgrund seiner Sorge, die er für die ärmsten und ausgrenzten Jugendlichen hatte.

//www.flickr.com/photos/130162259@N04/sets/72157652557386703" target="_blank">Bildergalerie des Besuchs von Papst Franziskus in Turin
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Man kann heute nicht an Don Bosco denken, ohne ihn umgeben von vielen Personen zu sehen: Die von ihm begründete Don-Bosco-Familie, die Erzieher, die sich an seinem Leitbild orientieren, und natürlich die vielen Jugendlichen, die Jungen und Mädchen aus allen Teilen dieser Erde, die Don Bosco als „Vater und Lehrer“ verehren. Über Don Bosco kann man vieles sagen! Aber heute möchte ich nur drei Aspekte nennen: sein Vertrauen in die göttliche Vorsehung, seine Berufung als Priester, um für die Jugendlichen da zu sein, vor allem für die Ärmsten unter ihnen, und seine loyale und fleißige Arbeit im Dienste der Kirche und insbesondere des Nachfolgers Petri.

Don Bosco hat seine Sendung als Priester bis zu seinem letzten Atemzug gelebt, wobei er getragen wurde von einem unzerstörbaren Vertrauen auf Gott und seine Liebe. Auf diese Weise hat er Großes erreicht. Dieses Vertrauensverhältnis zu unserem Herrn ist auch die Grundlage des geweihten Lebens, damit der Dienst am Evangelium und an den Brüdern und Schwestern nicht zu einem Gefangensein in unseren Vorstellungen und in den Realitäten wird, die uns in dieser Welt begegnen, sondern zu einer stetigen Überwindung unserer selbst, indem wir uns in der Realität der äußeren Welt fest verankern und uns in der Beziehung zum Herrn vertiefen, der unsere Stärke und unsere Hoffnung ist. Daraus erwächst auch unsere Fruchtbarkeit. Wir können uns heute Gedanken über diese Fruchtbarkeit machen, und ich erlaube mir zu sagen: über die so „tüchtige“ salesianische Fruchtbarkeit. Sind wir hier schon auf der Höhe?

„Er tat keinen Schritt, er sprach kein Wort und unternahm nichts, was nicht auf das Wohl der Jugend ausgerichtet gewesen wäre“

Ein weiterer wichtiger Aspekt im Leben Don Boscos ist der Dienst an den Jugendlichen. Er hat ihn mit Entschlossenheit und Durchhaltevermögen und mit der Sensibilität eines großzügigen Herzens gelebt, trotz aller Hindernisse und Anstrengungen. „Er tat keinen Schritt, er sprach kein Wort und unternahm nichts, was nicht auf das Wohl der Jugend ausgerichtet gewesen wäre…. In der Tat lag ihm nichts anderes am Herzen als das Heil der Menschen“ (1).

Das Charisma Don Boscos lässt uns zu Erziehern der Jugendlichen werden, indem es die Pädagogik des Vertrauens umsetzt, die sich so zusammenfassen lässt: „Durch Erziehung evangelisieren und durch Evangelisierung erziehen“ (2).

Don Bosco evangelisierte und erzog die Jugendlichen mit vollem Einsatz. Er begann mit den Zerbrechlichsten und den Verlassensten unter ihnen. Dabei wandte er einen Erziehungsstil an, der in Vernunft, Religion und Liebenswürdigkeit bestand und allgemein als „Präventivsystem“ bekannt ist. Seine große Güte hatte Don Boscos sicher von Mama Margaretha gelernt. Güte und große „Zärtlichkeit“ (3)!

Ich ermutige Euch, die vielfältigen Aktivitäten zum Wohle der neuen Generationen mit Großherzigkeit und Vertrauen fortzuführen: Oratorien, Jugendzentren, Berufsschulen, Schulen und Internate. Dabei dürfen die Jugendlichen nicht vergessen werden, die Don Bosco „Straßenkinder“ nannte: Sie haben so viel Hoffnung nötig, damit sie zur Freude des christlichen Lebens geführt werden.

Don Bosco war stets der Kirche und dem Papst gehorsam und treu ergeben und befolgte die pastoralen Empfehlungen und Vorgaben. Heute wendet sich die Kirche an euch, die geistlichen Söhne und Töchter dieses großen Heiligen, und fordert euch in ganz konkreter Weise auf, hinaus zu gehen, indem ihr immer wieder die Kinder und Jugendlichen dort aufsucht, wo sie leben: an den Rändern der Großstädte, in den Bereichen, wo sie körperlicher und seelischer Gewalt ausgesetzt sind, in den sozialen Umfeldern, wo so viele materielle Dinge fehlen, aber vor allem Liebe, Verständnis, Zärtlichkeit und Hoffnung. Ihr müsst auf sie zugehen mit der überquellenden Väterlichkeit Don Boscos.

„Ich ermutige Euch, diesen Weg weiter zu gehen“

Das Oratorium Don Boscos ist entstanden aus der Begegnung mit den Jugendlichen auf der Straße, und für eine gewisse Zeit war es ein „Wanderoratorium“ mit wechselnden Orten in den verschiedenen Turiner Stadtvierteln. Ihr könnt darum allen die Barmherzigkeit des Herrn verkünden, indem ihr „Oratorien“ an jedem beliebigen Ort errichtet, vor allem an den am wenigsten zugänglichen; indem ihr im Herzen den oratorianischen Geist Don Boscos tragt und dabei stets immer weitere apostolische Horizonte vor Augen habt.

Viele Äste sind aus den kräftigen Wurzeln gewachsen, die Don Bosco vor zweihundert Jahren auf dem Boden der Kirche und der Gesellschaft ausgebildet hat. Dreißig geistliche Gemeinschaften leben nach dem Charisma Don Boscos, um ihre Sendung miteinander zu teilen und das Evangelium bis an die Ränder der Gesellschaft zu tragen. Der Herr hat diesen Dienst gesegnet, indem er in diesen beiden Jahrhunderten eine große Anzahl von Personen erweckt hat, die die Kirche zu Seligen und Heiligen erklärt hat. Ich ermutige euch, diesen
Weg weiter zu gehen, indem ihr den Glauben derjenigen nachahmt, die euch vorausgegangen sind.

In dieser Basilika, die ihr und das ganze Volk Gottes so lieb gewonnen habt, rufen wir Maria, die Helferin der Christen, an, damit sie jedes Mitglied der Don-Bosco-Familie segnen möge; sie segne auch die Eltern und die Erzieher, die ihr Leben verbringen für das Wachstum der jungen Menschen; sie segne jeden jungen Menschen, der sich in einer Don-Bosco-Einrichtung befindet, vor allem in jenen Häusern, die den ärmsten Jugendlichen gewidmet sind.

Dank der guten Aufnahme und Erziehung der Jugend möge der Kirche und der Welt die Freude einer neuen Menschlichkeit geschenkt werden.
ANS – Agenzia Info Salesiana, 22.06.2015
 
(1)  Salesianische Konstitutionen Nr. 21.
(2)  Kongregation für den Klerus: Allgemeines Direktorium für die Katechese, Rom 1997, Nr. 147.
(3)  „Zärtlichkeit”, im Italienischen Originaltext «tenerezza» (Anmerkung des Übersetzers).
 
Foto: HL
 
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