Röm.-kath. Pfarrei Hl. Mutter Teresa Chemnitz
Gemeinde St. Antonius
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Kreuz
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Gott: der Einbrecher
 
Osternacht in St. Antonius
 
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Jana kennt sich aus mit Einbrüchen und Einbrechern. Sie hat beruflich mit diesen Themen bzw. diesen Menschen zu tun. Doch der Einbruch im Kloster, hat selbst sie aus der Routine der Arbeit – nein, aus der Routine des Lebens – herausgerissen und ihr den Atem verschlagen. Eigentlich sollte der Klosteraufenthalt nur zum Ausruhen und Kraft schöpfen dienen. Doch, unerwartet, wie das eben bei Einbrüchen so ist, drang Gott in ihr Leben ein – nicht nur ein wenig, sondern bis tief in ihr Herz. Er stand, so Jana, vor ihr und ließ sie nicht wieder los. Gottes Nähe beschrieb Jana, wie ein Kribbeln im Bauch bei Frischverliebten, wie ein nicht aufhörendes Gefühl von Glück. Nach diesem Gebetsabend, so Jana, ging sie in ihre karge, minimal ausgestattete Kloster-Zelle zurück. Am nächsten Morgen fragte sie: „Gott bist Du noch da?“ Während „normale“ Einbrecher schnell wieder weg sind, hat Gott sie nie wieder los gelassen. Als die Beziehung zu Gott alltagsbedingt etwas abzukühlen drohte, die Sehnsucht jedoch immer blieb, ging sie in den Alpha-Kurs nach St. Antonius. In der Osternacht stand sie nun neben dem Osterwasser, dass die Jugend am frühen Morgen aus einer Quelle geschöpft hat, und ließ sich taufen und firmen. In einem beeindruckenden Zeugnis erzählte Jana der Gemeinde ihren Weg mit Gott.

archiv-2016-osternachtt09.jpgAuch die fünfjährige Veronica wurde getauft. Veronica und ihre Eltern haben einen ganz anderen Weg hinter sich. Bei ihnen war es kein Einbruch, sondern ein Aufbruch. Die persischen Christen mussten aus dem Iran flüchten, wo sie immer neuen Repressalien ausgesetzt waren. Als Heimatlose sind sie gekommen und haben in unserer Gemeinde ein Stück neue Heimat gefunden. Beim Kinderkreuzweg am Karfreitag, wo Kinder in auf Papier gemalte Kreuze ihre persönlichen Leidensstationen im Leben aufschreiben sollten, malte Veronica eine Rose mit zwei lachenden Gesichtern. „Genau das fühle ich jetzt!“, sagte die Kleine ihrer Mutti. Um nach St. Antonius zu kommen, müssen Veronika und ihre Eltern einen etwas längeren Weg zurücklegen, als andere Gottesdienstbesucher. Doch sie fühlen sich hier wohl und vielleicht ein Stück angekommen. Veronica streckte ihr Gesicht ganz tief ins Taufbecken, als Pater Heinz etwas Osterwasser über ihre dunklen Haare goss. Obwohl sie noch nicht genug Deutsch kann, um die gesprochenen Worte in der Heiligen Messe zu verstehen, hat ihr Herz es längst verstanden. Gemeinsam mit Jugendlichen unserer Gemeinde, die immer gerne mit der kleinen Iranerin zusammen sind, fieberte sie dem Ereignis in der Osternacht regelrecht entgegen.

Osternacht. Zwei Lebensgeschichten, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Sie haben eines gemeinsam: Gottes Liebe wurde erfahrbar für sie und zu einem großen leuchtenden Zeugnis für uns. Wie die neue, von der Jugend gestaltete Osterkerze, die am Osterfeuer entzündet in die dunkle Kirche getragen wurde, wünschen wir den neu Getauften, dieses Licht, das Licht des auferstandenen Jesus, welches immer hell und wärmend in ihrem Leben strahlen möge.

Text und Fotos: HL

Fotos aus der Osternacht:

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