Röm.-kath. Pfarrei Hl. Mutter Teresa Chemnitz
Gemeinde St. Antonius
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Kreuz
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Die List mit der Liste
 
anton-liste-grossListen tauchen fast nach jedem Gottesdienst auf. Man möge sich doch fürs Kuchenbacken eintragen oder für den Blumenschmuck und so weiter. Dabei wird fast übersehen, dass Listen das Effektivste und Genialste ist, was es in der innerkirchlichen Organisation gibt. Nun hat der Pfarrer nach der beeindruckenden Messe mit überwältigend gelungener Predigt endlich Zeit, mit der Gemeinde das tiefsinnige religiöse Thema zu ende zu diskutieren. Nun muss er nicht mehr, wie ein Staubsaugervertreter 20 Leute fragen, wer nächste Woche einen Blumentopf vor den Altar stellen möchte. Aber auch für die „Arbeitnehmer" hat diese Variante der Organisation entscheidende Vorteile. Früher wurde man direkt angesprochen: „Du hast das doch immer gemacht!" Was sollte man dann sagen? Hatte man Glück, lag der letzte Bandscheibenvorfall noch nicht lange zurück, der es ärztlich verbot, die Kirche zu schrubben. Doch kaum hatte man von seinem schmerzhaften medizinischen Problem berichtet, hieß es fürsorglich: „Vertrau auf Gott, er kann dich bis nächste Woche heilen!" Was nun? Sollte man mit dem Kopf schütteln und allen seinen Unglauben auf die Nase binden? Also nickte man artig, legte den Termin des Kircheputzens so, dass man sich im Anschluss beim Arzt seine Schmerz-Spritze abholen konnte und biss die Zähne zusammen. Am Rande hörte der Putzende natürlich noch Bemerkungen aus der Kategorie: „Jesus hat geholfen!" oder „So schlimm sind ja seine Schmerzen gar nicht!" Mit der Liste geht es bedeutend einfacher. Man trägt sich einfach nicht ein und sollte es jemand merken, kann man immer noch gesichtswahrend anbringen, die Brille vergessen zu haben. Nächste Woche wird der Eintrag selbstverständlich nachgeholt. Übrigens: die leider vergessene Brille ist nach wie vor der Königsweg, die Lesung vor der Messe ablehnen zu können, wenn der Pfarrer mit dickem Buch zielsicher auf einen zukommt. Das Argument: „Ich bin ja sooo erkältet!", kann nach hinten losgehen, wenn der Pfarrer ebenfalls verschnupft ist. Ja dann besteht geradezu die Pflicht, vor der Gemeinde zu lesen, man möchte doch nicht, dass der influenzageschwächte Priester einen Gesunden im Altarraum ansteckt.
Leider gibt es aber auch einen gewissen Reibungsverlust beim Ausfüllen der Listen. Da sitzt doch die gutmütige Oma aus Reihe 5 ängstlich und verkrampft in der Boeing 757 und fliegt Richtung Tel Aviv. Ihre Flugangst wird immer schlimmer und selbst die Stewardessen können sie nicht aus ihrer Panik herausholen. Eigentlich wollte die gute Dame doch nur einen Kuchen für das Gemeindefest backen und hat dabei die Listen verwechselt. Weng später stand ihr Name auf der Pilgerfahrtliste. Schlimm für die einzelne Person, aber prozentual gesehen, sind solche Zwischenfälle eher selten. Nur eine kleine Verbesserungsidee habe ich noch zu der ansonsten organisatorisch brillanten Idee: eine Liste, auf der sich die eintragen können, die bereit sind, alte Listen wegzuräumen. So integriert man auch Leute, die noch nie einen essbaren Kuchen zusammenbekommen haben, Israel schon total gut kennen oder für die Kirchenreinigung ungeeignet sind, weil sie nicht mal ihre eigene Wohnung sauber bekommen.  antonsch.jpg