Klimaerwärmung und Weihrauch
 
Eines Tanton-klimaages werden Sie aus der Antonius-Kirche heraustreten und auf das nahegelegene "Bergchen" Pfarrhübel blicken. Wuchs dort früher nur schnödes Gras, so baut man heute französischen Rotwein an. Prima, werden viele sagen: "Bordeaux bei uns, Klimaerwärmung ist doch so schön!" Doch Moment! Auf einmal hat St. Antonius einen Weinberg direkt vor der Tür. Was die Großeltern nur theoretisch aus der Bibel erfuhren oder bei einer Busreise mit anschließender Weinverkostung und Werbeverkaufsveranstaltung gesehen haben, ist nun Realität. Das ist gelebtes Christentum! Nun heißt es nicht mehr: "Los, wir gehen in die kühle Kirche zur Anbetung!" Nein jetzt geht es ab in den Weinberg, bei 40 Grad Hitze ... und alle ... und schön arbeiten! Beim Grillfest gibt es kein Bier mehr, sondern Wein - nicht zum Trinken, nein, zum Ernten. Ab in den Weinberg! Klimaerwärmung ist wirklich eine Katastrophe! CO-Zwei-Ausstoß, Treibhauseffekt, Schmelzen der Pole, wer wird Schuld daran haben, dass der langweilige Pfarrhübel bald ein schöner Weinberg wird? Die Katholiken? Nein, die sind es zum Glück nicht, denn Weihrauch ist ungefährlich! Sagt man. Aber stimmt das? Vielleicht findet erst in einigen Jahren oder Jahrzehnten ein Wissenschaftler klimaerwärmende Faktoren im Weihrauch, von denen keiner etwas wusste oder wissen konnte, die aber schon mehr Schaden angereichtet haben als der berühmte Sturm Kyrill vom Januar 2007. Und der hat sicher einige Fledermäuse in den Kirchtürmen vor Angst erzittern lassen und Dachdeckern Freudentränen in die Augen geblasen. Sie lachen? Hat man denn vor 10 Jahren einer unschuldigen Kuhherde zugetraut, dass sie das Potential zur Klimaerwärmung hat nur weil die Därme der armen Viecher auch mal den Druck ausgleichen müssen? Kein Schwein wäre darauf gekommen ... und keine Kuh. Also Vorsicht vor Weihrauch! Man kann nicht sicher sein, dass er so schön ungefährlich ist, wie er sich gibt. Aber es gibt einen Lichtblick in dieser Katastrophenszenerie. Dieser Lichtblick heißt: Ministrant. Sie sind es, die mit dem Zeug hantieren: junge, gebildete, hoffnungsvolle Menschen, die ihre Zukunft noch vor sich haben. Die Ministranten entscheiden, ob man nur eine Stimme aus dem Nebel hört, oder den Pfarrer hinter den (Weih)-Rauch-Schwaden noch konturenhaft erkennen kann. Die haben es in der Hand, ob die Gottesloblieder gesungen oder nur noch gehustet werden. Sollen die Messdiener am Altar doch selber entscheiden, wieviel Weihrauch im Gottesdienst aus den angekippten Kirchenfenstern in die arg gebeutelte Atmosphäre gelangen soll. Es ist ihre Zukunft. Mich geht das dann nichts mehr an. antonsch.jpg