Röm.-kath. Pfarrei Hl. Mutter Teresa Chemnitz
Gemeinde St. Antonius
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Kreuz
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(Vor)-Weihnachtszeit in toleranter Sprache
 
anton-weihnevAlso wirklich, wir Christen müssen tolerant sein! Das schreiben uns immer wieder linke Politiker und andere Atheisten auf dieFahne. Natürlich muss das St.-Martins-Fest entchristlicht und in „Sonne-Mond-Sterne-abgebrannte-Laterne-Fest" umbenannt werden. Selbstverständlich dürfen linke Gruppen in Berlin das Weihnachtsfest verbieten, damit religiöse Gefühle anderer nicht verletzt werden. Wir Christen müssen eben tolerant sein! Doch wie kann man religiöse Gefühle von linkspolitischen Atheisten verletzen, wenn die gar keine haben? Aber so kleinlich darf man nicht denken. Man muss das Ganze im Auge behalten: Kein Weihnachten, keine Geschenke! Keine Geschenke, kein Weihnachtseinkaufs-Stress. Sonntags im Advent dürfen die Geschäfte geschlossen bleiben und die Verkäuferinnen haben auch einen freien Sonntag. Doch eigentlich brauchen sie den ja gar nicht: denn Sonntag ist ein Überbleibsel aus der Bibel. Dort steht sinngemäß: am siebenten Tag hat Gott gesehen, dass es gut war und sich ausgeruht. Aber im Sinne einer neuen Toleranz und Verdrängung christlicher Werte und biblischer Überlieferungen aus der Gesellschaft, muss der Sonntag Arbeitstag werden! Also los, alle am Sonntag den Wecker auf 6.00 Uhr stellen und ab zur Arbeit. Nur Pfarrer dürfen jetzt noch ausschlafen, denn wenn Sonntag gearbeitet werden muss, kann ja keiner mehr in die Kirche kommen. Ja, es ist schwer, mit der neuen Toleranz. Hier muss die (Links)-Politik noch Konzepte entwickeln, denn einfach Christliches an den Rand zu drängen und dann sagen: „Nun ist alles gut!", das funktioniert nicht. Das hat auch damals in der DDR nicht geklappt. Doch ich möchte gerne meinen Beitrag leisten und die Advents-Weihnachtsgeschichte in tolerantem Deutsch schreiben.
Der Beginn ist ganz einfach: „Der Engel Gabriel ist erschienen, Maria der Jungfrau aus Nazareth!" Hier geht es darum, dass Maria ein Kind bekommen soll. Das darf man so nicht mehr schreiben! Muss man auch nicht, denn es lässt sich sehr gut in unsere Zeit übertragen: „Der Sigmar Gabriel ist erschienen, Angela der Frontfrau sehr adrett" Perfekt. Seit September ist der SPD-Vorsitzende bei Angela Merkel in der CDU-Zentrale erschienen um gemeinsam ein Kind zu bekommen, ein Kind Namens: „Große Koalition". Und Joseph? Joseph Fischer (genannt Joschka Fischer, ehemaliger Außenminister)? Den brauchen wir nicht. Denn, wie in der Bibel (O, Entschuldigung, dass ich das Wort wieder verwende!) spielt Joschka nur eine Nebenrolle in diesem Prozess. Doch nun muss ich ernst werden. Also ich beginne:
Die Jahresendgeschichte nach dem Erbe von Rummel
Ja, früher hieß es: die Weihnachtsgeschichte aus dem Evangelium nach Lukas. Doch das ist zu christlich. Wir wollen ja tolerant sein. Also mache ich aus „Evangelium": „Neues Testament". Zwar ist das noch zu christlich, aber Testament ohne das Wort „neu" davor; das mögen die Leute! Da gibt es was zu erben! (Hauptsache nicht Omas Rosenkranz und das Bild mit Dürers „Betenden Händen". Das ist zu christlich!) Aber Omas Geld wird gerne genommen. Und „Lukas" geht auch nicht. Zu christlich. Aber es gibt ja auf dem Rummel das Spiel: „Hau den Lukas!". Das ist gut. Sicher haben viele linke „Toleranznehmer" den Wunsch, alle biblischen Gestalten zu entsorgen. Bloß zu laut sagen dürfen sie das noch nicht. Denn eine zu brutale Entchristlichung, wie in der DDR (mit Benachteiligung der Kirchengänger in der Gesellschaft), dafür ist die jetzige Gesellschaft noch nicht reif. Es gibt (leider) noch zu viele CDU-Wähler. Also, hauen wir Lukas lieber nicht und flüchten uns in die etwas tolerante Formulierung: „Die Jahresendgeschichte nach dem Erbe (denn erben ist schön) von Rummel."
So, ich beginne jetzt endlich:
Also der zwar nicht biologische Vater, der jedoch die Vaterschaft zugesprochen bekommen hat, war Zimmermann und seine Frau, schwanger. (Wie modern ist doch dieser Satz!) Beide mussten in den Süden gehen, also dort, wo es warm ist (zum Beispiel: Mallorca). Damals war es noch nicht möglich, eine Volkszählung mittels Internet durchzuführen. Auch der NSA-Inlandgeheimdienst steckte noch in den Kinderschuhen. So musste man (und Frau) noch selber hingehen, um sich zählen zu lassen. Am Zielort gab es für die Beiden leider keine Unterkunft. Ob in der Stadt gerade ein großes Fußballspiel stattfand oder gar die Winterolympiade, ich weiß es nicht. Vielleicht gab es auch einen Parteitag der Linkspartei und die Delegierten haben alle Hotelzimmer belegt. Da man auf Parteitagen zu sehr mit sich selber beschäftigt ist und die Not anderer nicht erkennen kann, hätte eigentlich die Caritas sich um die armen Obdachlosen kümmern können. Aber die gibt es nicht mehr: zu christlich! Irgendwie bekamen die beiden Touristen noch Unterschlupf in einem Stall mit Krippenplatz. Das wiederum war nun ein ganz besonderes Privileg, denn eigentlich sind Krippenplätze so knapp, dass viele Mütter Wochen nach der Geburt des Kindes immer noch auf der Warteliste stehen. Die Mutter des Babys in unserem Fall hatte den Krippenplatz schon vor der Geburt des Kindes sicher. Eigentlich kommen in dieser Geschichte (also im „Erbe nach Rummel") noch Jahresendflügelfiguren, Landwirtschaftliche Mitarbeiter der Abteilung Tierproduktion und die „Drei Schlauen" vor. Doch leider muss ich mich noch wichtigeren Problemen widmen. Um als „Toleranzgeber" die „Toleranznehmer" bei der Privatisierung der christlichen Werte zu unterstützen … komisch, eigentlich sind die Linken doch immer gegen zu viel Privatisierung! … um also die „Toleranznehmer" zu unterstützen, muss ich noch auf verschiedene christliche Begriffe aufmerksam machen, die nach einer Umbenennung schreien: „Ostern"! Ich schlage vor: „Wald-Wiese-Bachl-Frühlings-Eierei". Himmelfahrt würde ich einfach (um auch mal einen englischen Terminus einzuführen) „Departures" nennen. So heißt der Abflug auch auf Flughäfen. Für Pfingsten habe ich noch keine Idee. Aber man darf auch die Begriffe nicht vergessen, die sich über Jahrhunderte subtil in die Alltagssprache eingeschlichen haben und nun, wie ein Trojanisches Pferd den Wunsch nach pluralistischer Toleranz aushöhlen. Ich denke da zum Beispiel an „StraßenKREUZung" Das sollten wir in „multikulturelle Straßenbegegnungsstätte" umbenennen. Warum leben denn die besonders verdienstvollen „Entchristlichungsstrategen" eigentlich gerne in Berlin-KREUZberg? Diesen Stadtteil hätte man schon längst in „Balken-längs-Balken-Quer-Berg" umbenennen müssen. Das sollten die linken Lokalpolitiker aber bald machen, denn „Balken-längs-Balken-quer-Berg" wird sich mit zunehmender „toleranter multikultureller Entchristlichung der Gesellschaft" zu einem wahren Mekka entwickeln. Denn dort schicken die in die „Religion-ist-Privatsache-Nische" gedrängten Christen bald alle Leute hin, um die man sich früher in Diakonie, Caritas und anderen kirchlichen Einrichtungen gekümmert hat. Wenn es das dann alles nicht mehr gibt, dann sollen die sich doch die Balken-längs-Balken-quer-Berger-Linkspolitiker und Piraten um die Leute kümmern! Tja, gesellschaftliche Umwälzungen verlangen manchmal auch Opfer. Ist eigentlich das Wort „Opfer" mehr ein christlicher oder eher allgemeiner Begriff?antonsch.jpg