Salesianer in Chemnitz:

ein kleiner Rückblick aus 20 Jahren und aktuelle Kurzbiografien

Seit Anfang der 90er Jahre gibt es in Chemnitz den Orden Salesianer Don Boscos. Vom damaligen Provinzial Pater Bihlmayer bekam P. Johannes Schreml SDB den Auftrag, doch mal in die neuen Bundesländer zu fahren und zu erkunden, ob der Orden hier aktiv werden kann. Mit einer Teestube begann die Arbeit, die heute so viel Früchte in Chemnitz trägt. Pater Hans Schoch und der salesianische Mitbruder Reinhold Kurtz erkundeten parallel, ob in den neuen Bundesländern der Aufbau eines Berufsbildungswerkes nötig und möglich ist. Auf dem Adelsberg konnten sie ein Gebäude übernehmen, das die Elisabeth-Schwestern nicht mehr nutzten. Dieses als „Haus Lebenszeichen" bekannte Gebäude war sozusagen der Ursprung des Salesianer-Ordens in Chemnitz. Pater Schoch und Bruder Reinhold bauten zwei Berufsbildungseinrichtungen für lernbeeinträchtigte und behinderte Jugendliche auf: im Mai 1992 in Dittersdorf und März 1993 in Burgstädt. Die Teeküche, die Pater Johannes eingerichtet hatte, um mit Chemnitzer Jugendlichen in Kontakt zu kommen, musste 1993 jedoch aufgegeben werden. Sie verschwand aber nicht ganz, sondern zog in eine Baustelle. P. Johannes Schreml wollte ein neues Projekt der Salesianer aufbauen. Im Jahr 1996 durfte Diözesanbischof Reinelt das umgebaute Fabrikgebäude als Don-Bosco-Haus weihen. Hier fanden Jugendliche Raum für sich und Räume für ihre Hobbys. Der Salesianer-Orden fasste immer besser Fuß in Chemnitz, neue Mitbrüder kamen: so auch Pater Albert Krottenthaler. Er bekam von Pater Johannes die Leitung des Don-Bosco-Hauses übertragen. 1997 übernahmen die Salesianer die seelsorgerischen Aufgaben in der Pfarrei St. Antonius, da Pfarrer Morgenstern in den Ruhestand ging. 1999 wurde den Salesianern die Leitung der Pfarrei übertragen. So wurde Pater Johannes der erste salesianische Pfarrer in St. Antonius. Provinzial P. Herbert Bihlmayer entschied im September 2002, dass in Chemnitz eine salesianische Niederlassung (kanonischen Rechts) entstehen soll. Im Frühjahr 2003 war es dann soweit: die Entscheidung von 2002 hatte den nötigen rechtlichen Rahmen bekommen und Chemnitz (mit dem Bildungswerk, dem Don-Bosco-Haus und der Pfarrei St. Antonius) wurde salesianische Niederlassung der damaligen Südprovinz. Das Jugendhaus entstand. Im Sommer 2003 kam es zu umfassenden personellen Änderungen. Pater Johannes Schreml ging, Pater Alfred Lindner kam und übernahm die Pfarrstelle. In seine Amtszeit fiel die Eröffnung des Jugendhauses „Lebenszeichen." Ihm zur Seite gestellt wurde Pater Joachim Rathgeber als Kaplan und Dekanatsjugendseelsorger. Pater Albert wurde nach P. Johannes Weggang Direktor der Niederlassung. Schon im Jahre 2006 wechselten die Pfarrer erneut. Pater Bernhard Kuhn kam für Pater Lindner und Pater Harald Neuberger (der 1999 schon in Chemnitz einige Zeit als Diakon wirkte) kam für Pater Rathgeber. Im Jahr 2009 standen größere Wechsel in der Salesianischen Gemeinschaft an. Pater Albert Krottenthaler übernahm nach 12 jahren Dienst in Chemnitz eine Pfarrei in Berlin-Marzahn. Sein Abschied war für viele Menschen in und um Chemnitz schwer, hatte er doch so viel Aufbeuarbeit geleistet. Auch Pater Harald Neuberger musste wieder wechseln: nach Pfaffendorf. Zum 75. Kirchweihjubiläum (genauer: zum 75. Jubiläum der Segnung des Gotteshauses, die Weihe erfolgte ein Jahr später) kam Provinzial P. Grünner nach Chemnitz. Dabei führte er auch zwei neue Mitbrüder in ihren Dienst ein: Pater Heinz Menz und Johannes Kaufmann. In der Nachfolge von Pater Albert Krottenthaler ist Pater Menz neuer Direktor der salesianischen Niederlassung in Chemnitz. Er wird sich hauptsächlich um die Jugendarbeit im Dekanat kümmern und in den Einrichtungen von Burgstädt und Hartmannsdorf als pastoraler Mitarbeiter tätig sein. Johannes Kaufmann, der 2010 das Sakrament der Priesterweihe empfangen wird, ist neuer Leiter des Don-Bosco-Hauses auf dem Sonnenberg.
Zu erwähnen sei noch die Besetzung der Pfarrstelle für die polnischen Mitchristen, die seit den 70er Jahren in St. Antonius heilige Messe feiern. Im Jahre 2001 konnte auch diese Stelle mit einem (polnischen) Salesianer-Pater besetzt werden: P. Laszek Kazmierczak. Ihm folgte im Jahre 2005 Pater Michael Zajelski.
Auch an Salesianer-Patres, wie P. Josef Johler, P. Philipp Weißhaar erinnert sich die Gemeinde gerne. Nicht vergessen werden darf natürlich auch P. Andreas Kühne, die als Mitbrüder einige Zeit in der Gemeinschaft lebten und die Gemeinschaft prägten.

Pater Bernhard Kuhn: Pfarrer von St. Antonius

Gesucht wird…
So lautet immer wieder der Steckbrief, den ich in den verschiedenen Schulklassen schreiben ließ. In zwei Grundschulen war ich gerne Religionslehrer. Besonders am Herzen lagen mir aber die Jugendlichen der drei Forchheimer Pfarreien, in denen ich als Kaplan mit den üblichen pfarrlichen Tätigkeiten fünf Jahre lang gewirkt hatte. Mit Jugendlichen hatte ich so manche harte Auseinandersetzungen gehabt, zur Verabschiedung im jährlichen Zeltlager mit etwa 90 Personen flossen aber auf beiden Seiten die Tränen. Abschied nehmen, Liebenswertes zurücklassen, aber auch Neues zu beginnen, darin war ich schon geübt. Vor meiner Forchheimer Kaplanszeit war ich mehrmals umgezogen. In Furtwangen/Schwarzwald hatte ich die Aufgabe

als Dekanatsjugendseelsorger, Hochschulpfarrer und Erwachsenenbildner wahrgenommen, zuvor arbeitete ich mit Lehrlingen in Kempten. Meine erste Stelle als Salesianerpater nach der Ausbildung zum Sozialpädagogen und Theologen in unserer Ausbildungsstädte von Benediktbeuern und der Priesterweihe 1986 war in der Oberpfalz im Kloster Ensdorf in der dortigen Jugendbildungsstätte. In früheren Jahren bin ich gerne abenteuerlich per Trampen oder mit dem Fahrrad quer durch Europa gereist. Mich interessieren andere Kulturen und das soziale Umfeld der Bewohner der bereisten Länder. Da mich aber auch die Eisenbahn fasziniert, bin ich damit im Urlaub viel unterwegs gewesen. In Furtwangen wurde ich auf Grund meiner Tätigkeit an der Hochschule für Informatik dazu gezwungen, mich mit dem Computer zu befassen. Es wurde zur Leidenschaft. Alle meine Hobbys haben scheinbar nichts zu tun mit meiner nun begonnenen Tätigkeit als Pfarrer der Pfarrei St. Antonius hier in Chemnitz. Bisher konnte ich aber immer feststellen, dass mein Arbeitsfeld das „größte Hobby" war. Dank der guten Aufnahme hier in der Pfarrei kann ich sagen, dass dies wohl auch in Zukunft so bleiben wird. Auf Grund meiner vergangenen Kaplanszeit kenne ich schon viele allgemeine pfarrliche Arbeitsfelder, was mir und der Pfarrei vermutlich eine gewisse Sicherheit gibt für das Gelingen einer weiterhin aufstrebenden Gemeinde. Aus der „Suche" wird mit Gottes Hilfe ein „Finden" entstehen. Ich freue mich darauf.

Pater Heinz Menz: Leiter der sal. Niederlassung

Pater Johannes Kaufmann: Leiter Don-Bosco-Haus

Pater Michal Zajelski: Seelsorger poln. Gemeinde

Seit September 2005 ist Pater Michal Zajelski Seelsorger der polnischen Gemeinde. Pater Michal ist am 09.12. 1976 in Olesnica Slaska geboren. Mit 19 Jahren trat er den Salesianern Don Boscos bei. Er absolvierte das Noviziat in Kopiec bei Czestochowa. Danach studierte er Philosophie und Theologie bei den Salesianern im Seminar in Krakau. Er wurde am 24.05.2004 zum Priester geweiht. Nach der Priesterweihe arbeitete er ein Jahr in Chocianow bei Lubin. Danach kam er nach Deutschland, um weiterhin als polnischer Seelsorger zu arbeiten. Derzeit feiert er die Gottesdienste für die polnischen Gläubigen in Chemnitz, Gera, Gößnitz, Freiberg, Leisnig und Dürrweitzschen. Pater Michal besucht zusätzlich polnische Häftlinge in Gera. Er hält auch Messen auf Deutsch. Wenn es nötig ist, macht er die Vertretung in St. Antonius

Chemnitz und Limbach-Oberfrohna. Außerdem hört er die Beichte in Leipzig und Chemnitz. Er macht auch Krankenbesuche.

Bruder Reto Wanner: Ausbilder Metallberufe

Geboren am 10. Juni 1972 in Winterthur in der Schweiz. Aufgewachsen in einer dreiköpfigen Familie (evangelisch reformiert). Lehre als Rohrschlosser mit anschließendem Studium zum Maschinenbautechniker. Ab 1998 für drei Jahre tätig als Projektleiter Entwicklung Konstruktion in einer schweizerischen Firma, die Küchenmöbelbeschläge herstellt. Zur selben Zeit schloss Reto das Nachdiplom in Betriebswirtschaft ab. 2001 bis 2004 leistete Reto einen Freiwilligen-Einsatz in Papua-Neuguinea als Mechanikinstruktor. Der Auftraggeber waren die Salesianer Don Boscos aus der filipinischen Provinz. Dort lernte Reto erstmals die Salesianer Kennen- und Schätzen. Er ist derart fasziniert von dem ganzheitlichen Arbeiten der Salesianer mit den benachteiligten Jugendlichen aus Papua-Neuguinea,

dass es ihn nicht mehr los lässt. Bei der Rückkehr in die Schweizsuchte Reto umgehend Kontakt zu den ortsansässigen Salesianern. Über das Salesianer-Haus in Beromünster in der Schweiz wurde Reto zu einem Gespräch mit dem Provinzial der deutschen Provinz P. Grünner eingeladen. Kurz darauf wurde ihm ein Aspirantat/Vornoviziat im Don Bosco Zentrum in Regensburg angeboten. Ende 2004 bis Juni 2005 absolviert Reto sein Vornoviziat bei den Salesianern Don Boscos als Betreuer im Jugendwohnheim des Don Bosco Zentrums in Regensburg. (In diesem Zeitraum wurde Reto auf das Sakrament der Firmung vorbereitet und erhielt am Pfingstfest 2005 die Firmung vom Bischof Gerhard Ludwig Müller im Dom von Regensburg gespendet.) Wiederum erfüllte Reto das Leben in der Hausgemeinschaft der Salesianer und das Arbeiten mit den Jugendlichen sehr. Somit entschließt er sich am 8. September 2005 ins internationale Noviziat in Pinerolo in Italien einzutreten. Am 8. September 2006 machte Reto die Erstprofess auf dem Colle Don Bosco in Italien. Bis Ende Juli 2007 ist er nun als Mitbruder in Ausbildung in Benediktbeuern. Reto belegte den ein Jahr dauernden Einführungskurs in Jugendpastorale Tätigkeitsfelder. Neben Vorlesungen an der katholischen Fachhochschule für soziale Arbeit und an der philosophisch theologischen Hochschule arbeitete Reto hauptsächlich als Bildungsreferent im Aktionszentrum in Benediktbeuern. Am Christkönigssonntag wurde Reto zum Laien-Lektoren beauftragt. Mitte Juli 2007 schloss Reto erfolgreich den Einführungskurs ab. Mitte August zog Reto in die Gemeinschaft in Chemnitz Pfarrei St. Antonius. Retos neue Aufgabe wird in der Ausbildung von Lehrlingen im Bereich Metall im Don Bosco Jugend-Werk in Hartmannsdorf sein.

Weitere und viel ausführlichere Informationen über die Salesianer und deren Arbeit finden Sie auf der offiziellen Homepage der Gemeinschaft. Bitte folgen Sie dazu dem Link.