Priester,

die unsere Gemeinde präg(t)en

Im Oktober 2009 jährte sich zum 75. Mal die Segnung unserer Kirche. Die Weihe des Gotteshauses durch Bischof Petrus Legge fand ein Jahr später statt. Doch die Ursprünge unserer Gemeinde liegen schon 96 Jahre zurück und reichen ins Jahr 1913. Damals hat St.-Nepomuk-Pfarrer Jakob Schewtschik den Anstoß gegeben, den Katholiken in Altchemnitz einen religiösen Mittelpunkt zu geben. (Weiterführendes können Sie in der Chronik nachlesen.) Danach betreuten Priester als Hausgeistliche das Antonius-Kinderheim und die 3. katholische Schule, die Schewtschik in das Haus Erfenschlager Straße 27 integrieren konnte. Mit Einrichtung des Seelsorgsamtes (1927) endete die Zeit der Hausgeistlichen und Pfarrer betreuten nun Schule, Kinderheim und die Altchemnitzer Katholiken. Im Sommer 2009 habe ich verschiedene Archive und Kirchgemeinden angeschrieben, um Informationen über alle Priester zu bekommen, die bei uns Dienst taten. Vieles in den Biografien dieser Männer ist leider noch lückenhaft. Dennoch glaube ich, ist es Zeit, die wichtigsten Eckdaten des priesterlichen Wirkens in unserer Gemeinde zu publizieren.

Geistiger Impulsgeber und Wegbereiter unserer Gemeinde:

Jakob Schewtschik

Schewtschik kaufte das Haus Erfenschlager Str. 27, integrierte das Antonius-Kinderheim, förderte die 3. kath. Schule. Seine Arbeit war (auch wenn er nie Pfarrer hier war) Grundstein unserer Gemeinde.
geboren: 06.09.1867 in Storcha
Priesterweihe: 08.12.1892
gestorben: 03.08.1935 in Crostwitz
tätig in St. Antonius:
Gemeindepfarrer von St. Nepomuk

Hausgeistliche und Seelsorger für Kinderheim/Schule:

Ludwig Görlich

Bekannt ist, dass er Kuratus war, aus Sagan (Schlesien) kam und nach seiner Zeit in Altchemnitz erster Pfarrer in Limbach-Oberfrohna wurde.



tätig in St. Antonius:
01.05.1922 bis 15.02.1923 (?)

Joseph Ignaz Röthlin
Röthlin versuchte einen ersten Kirchbau in Altchemnitz, was die wirtschaftliche Not der 20er Jahre verhinderte. Eine Bettelreise nach Argentinien, die er bereits krank angetreten hat, blieb erfolglos.
geboren: 17.12.1873 in Kerns Schweiz
Priesterweihe: 17.07.1904
gestorben: 01.01.1926 in Chemnitz
tätig in St. Antonius:
15.02.1923 bis 01.01.1926

Michael Anton Tanno
Chemnitz blieb für den Schweizer Priester Tanno nur eine kurze Episode. Er musste aus gesundheitlichen Gründen seine Tätigkeit im Antonius-Heim wieder aufgeben.
geboren: 10.01.1869 in Obervaz Schweiz
Priesterweihe: 22.07.1894
gestorben: 04.10.1946 bei Wien
tätig in St. Antonius:
1926 bis 07.02.1927

P. Georg Gensert SJ
P. Gensert gehörte während seines Wirkens in Chemnitz zur Kommunität in Hoheneichen. Eine von ihm abgehaltene relig. Woche (06. bis 13.03.1927) fand damals in St. Antonius großen Zuspruch.
geboren: 08.11.1874 in Alzey (Hessen)
Priesterweihe: 11.06.1897
gestorben: 21.04.1956 in Pullach
tätig in St. Antonius:
zwischen Februar und Oktober 1927

Pfarrer der Seelsorgestelle und (seit 1937) Pfarrei St. Antonius

Dr. Hieronymus Spettmann

1927 übernahm Spettmann das neue Seelsorgeamt. Er kümmerte sich sehr um die Kinder der oft arbeitslosen Gemeindeglieder und organisierte Ferien im Landheim. Ein Kirchbau blieb erfolglos.
geboren: 04.02.1883 in Oberhausen
Priesterweihe: 07.04.1911
gestorben: 24.12.1938 in Sonsbeck
tätig in St. Antonius:
01.10.1927 bis 01.04.1033

Bernhard Toddenroth
Durch Toddenroths Idee und unter seiner Regie konnte endlich im dritten Versuch die Antonius-Kirche gebaut werden. Er führte die Gemeinde souverän durch schwere Zeiten und prägte sie maßgeblich.
geboren: 19.10.1898 in Münster
Priesterweihe: 03.12.1922
gestorben: 19.11.1988 in Maxen
tätig in St. Antonius:
07.04.1933 bis 06.10.1966

Karl Kretschmer
Toddenroths politische Verhaftung, machte es nötig, dass Kretschmer aus Annaberg nach Chemnitz kam, als Pfarradministrator.Todden-roth musste 1 Jahr nach Annaberg. 1945 tauschten die Priester wieder.
geboren: 07.10.1891 in Schirgiswalde
Priesterweihe: 10.08.1917
gestorben: 08.05.1958 in Bautzen
tätig in St. Antonius:
01.06.1944 bis 31.05.1945

Richard Krieglsteiner
Mit Hilfe von Spendengeldern (auch aus Westdeutschland) konnte Pfarrer Krieglsteiner das Pfarrhaus neu verputzen lassen. Auch der Kirchenraum bekam ein völlig neues Gesicht.
geboren: 05.02.1930 in Petlarn/Tachau
Priesterweihe: 17.07.1955
gestorben: 23.06.2005 in Roding
tätig in St. Antonius:
06.10.1966 bis November 1976

Peter-Georg Morgenstern
Morgenstern führte die Gemeinde durch die politischen Umbruchzeiten in der DDR. Nach der Wiedervereinigung begann er, mit Werterhaltungsarbeiten an Pfarrhaus und Kirche.
geboren: 16.02.1931 in Dresden
Priesterweihe: 22.12.1962

tätig in St. Antonius:
04.03.1977 bis 31.08.1997

P. Johannes Schreml SDB
Unter P. Johannes wurde St. Antonius Salesianische Pfarrei. Die Renovierung von Kirche und Pfarrhaus konnte beendet und das Nachbargrundstück mit Gebäude gekauft und gestaltet werden.
geboren: 15.06.1940 in Grafenwöhr
Priesterweihe: 12.07.1970

tätig in St. Antonius:
01.09.1997 bis 21.06.2003

P. Philipp Weißhaar SDB
Bis zum Dienstantritt von P. Alfred Lindner und zu seiner Vertretung in den Folgejahren, war P. Philipp als Pfarradministrator tätig. Wichtig waren ihm Seelsorgebesuche bei Menschen unserer Pfarrei.
geboren: 15.07.1929 in Brigachtal
Priesterweihe: 04.08.1960

tätig in St. Antonius:
21.06.2003 bis 01.09.2003

P. Alfred Lindner SDB
P. Alfred brachte den Umbau des Jugendhauses zum Abschluss. nachdem Bischof Reinelt es im Oktober 2004 geweiht hatte, richtete P. Alfred es konzeptionell aus.
geboren: 31.10.1952 in Gebenbach
Priesterweihe: 28.06.1981

tätig in St. Antonius:
01.09.2003 bis 31.08.2006

P. Bernhard Kuhn SDB
P. Bernhard Kuhn ist unser "aktueller" Gemeindepfarrer. Neben der Gemeindearbeit in St. Antonius ist er vom Bischof berufener Seelsorger in der Haftanstalt
geboren: 24.09.1953 in München
Priesterweihe: 29.06.1986

tätig in St. Antonius:
seit 01.09.2006

Die Recherche zu 90 Jahren Geschichte ist alleine gar nicht möglich. Für die Mithilfe möchte ich mich ganz herzlich bei vielen Menschen in unserer Gemeinde bedanken, denen ich jederzeit Fragen stellen darf und die mir durch Wissen und praktische Hilfe wertvoll zur Seite stehen. Weitere Dankeschöns gehen an den Chronisten der Gemeinde St. Johannes Nepomuk in Zwickau, an das Bistumsarchiv des Bistums Dresden-Meißen, an das Diözesanarchiv in Chur (Schweiz), an das Archiv der Deutschen Provinz der Jesuiten und an das Archiv der Sächsischen Franziskanerprovinz vom heiligen Kreuz. Sie stellten mir wertvolle biographische Daten und zum Teil auch Bilder zur Verfügung.

Henning Leisterer

Bildquellen:
Pfarrer Schewtschik: Reproduktion aus dem Buch "Bilder aus dem katholischen Chemnitz" (Chemnitz, 1928)
Pater Georg Gensert: Archiv der Deutschen Provinz der Jesuiten, Abt. 800, Nr. 168
Expositus Dr. H. Spettmann: Archiv der Sächsischen Franziskanerprovinz vom Heiligen Kreuz
restliche Bilder:
Gemeindechronik/Gemeindearchiv St. Antonius Chemnitz